Vermessung

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Informationen über die Vermessung von Empfangsgebäuden und Verkehrsstationen

Grundlage für Projekte zur Planung nach Vorgaben zur BIM-Methodik bildet eine Bestandsvermessung. Diese wird in der Regel für eine BIM-Modellierung verwendet. Nachfolgend finden Sie Informationen zum Ablauf einer Vermessung für Verkehrstationen und Empfangsgebäude.

Leistungen vor Vermessung

Der Auftraggeber übergibt vor Beauftragung eine Vermessungstechnische Aufgabenstellung, Übersichtspläne aller Messbereiche, die Infrastrukturdaten des GB Fahrweg, die Transformationsparameter zur Georeferenzierung sowie weitere projektspezifische Daten.

Auf Basis dieser Daten erstellt der beauftragte AN ein Messkonzept, welches spätestens eine Woche vor dem Vermessungsauftaktgespräch dem AG vorliegen muss. Im Messkonzept enthalten sind:

  • Hauptansprechpartner des Auftragnehmers für Projektleitung, Außen- und Innendienst
  • Kurze Erläuterung der geplanten Messstrategie in Hinblick auf Erfüllung der geforderten Leistungen
  • Geplanter Geräteeinsatz (unter Angabe der Genauigkeitszertifikate)
  • Arbeiten im Gefahrenbereich abschätzen
  • Geplanter Softwareeinsatz
  • Geplante Transformation ins VA-System

Terminplan mit folgenden Inhalten:

  • Vor Ort-Termin
  • Außendienst Festpunktfeld (Von bis)
  • Außendienst Laserscanning (Von bis)
  • Übergabe ausgeglichenes Festpunktfeld zur Prüfung
  • Übergabe georeferenzierte und ausgeglichene Punktwolken zur Prüfung
  • Finale und vollständige Datenübergabe

Anhand der übergebenen Unterlagen (Infrastrukturdaten GB Fahrweg) prüft der Auftragnehmer ob Arbeiten im Gefahrenbereich stattfinden müssen.

Für Vermessungsarbeiten, die im Gefahrenbereich stattfinden werden, ist durch den AN rechtzeitig der SiPla Workflow anzustoßen (Seite 1 SiPla). Durch den AG wird eine entsprechende Sicherungsleistung beauftragt. Bitte die Fristen des SiPla Workflows beachten. 

Festpunktfeld und Georeferenzierung

Für eine verzerrungsfreie Darstellung, Planung und Koordination der BIM-Modelle stellt der GB Personenbahnhöfe der DB InfraGO AG eine standardisierte Vorgehensweise zur Vermessung und Georeferenzierung in BIM-Projekten bereit. 

Diese beinhaltet die Anwendung eines festgelegten Koordinatensystems (VA-System) für Verkehrsanlagen und Empfangsgebäueden des GB Personenbahnhöfe. Hier wird unterschieden nach VA und VA+ System. 

Bei der Vermessung eines Empfangsgebäudes beginnt die Vermessung mit der Anlage oder Verdichtung eines projektspezifischen Festpunktfeldes. Dieses ist im übergeordneten Referenzsystem (i.d.R. DB_REF2016 nach RIL 883 DB InfraGO AG GB Fahrweg) auszugleichen um eine Transformation ins VA-System zu ermöglichen (siehe Georeferenzierung in BIM-Projekten).

Bei der Vermessung von Verkehrsstationen wird i.d.R. das bestehende DB_REF2016 Festpunktfeld genutzt und bei Bedarf verdichtet.

Neu angelegte Festpunkte werden außerhalb des Gefahrenbereichs angelegt und werden NICHT dem GB Fahrweg zur Prüfung und Freigabe übergeben.

Projektspezifische Abweichungen sind möglich. Dazu gehören das Neuanlegen und Bestimmen von Festpunkten nach Vorgaben vom GB Fahrweg.

Alle Schritte zum Thema Festpunktfeld sind in der projektspezifischen Vermessungstechnischen Aufgabenstellung beschrieben und werden mit dem regionalen Fachspezialisten Vermessung GB Personenbahnhöfe abgestimmt. 

Ende des oberhalb befindlichen Videos

Laserscanning

Das Laserscanning wird umfassend in der Vermessungstechnischen Aufgabenstellung beschrieben.

Das Verfahren zur Aufnahme ist in Abhängigkeit von der geforderten Genauigkeit. Ist die geforderte Genauigkeit nicht nachzuweisen ist das Verfahren nicht anzuwenden.

Unabhängig vom Verfahren sind für die Georeferenzierung der Scans eindeutige Scantargets zu verwenden. Natürliche Zielmarken (z.B. Gebäudeecken, Schachtdeckel, etc.) sind unzulässig.

Der Auftragnehmer gewährleistet eigenverantwortlich, dass die Scans und Panoramafotos der DSGVO entsprechen. Dies bedeutet, dass keine Informationen enthalten sein dürfen, die Rückschlüsse auf natürliche Personen ermöglichen.

Die fertige Punktwolke ist von beweglichen Objekten (Personen, KFZ, Züge, etc.) und Artefakten (z.B. durch Reflexion) zu bereinigen.

Weitere Bereinigungen über die Standardforderungen hinaus und Beschneidungen der Punktwolke sind mit dem Auftraggeber abzustimmen.

Nach der Ausgleichung und Ausgabe der Punktwolken sind diese vor der Übergabe hinsichtlich Genauigkeit und Qualität eigenständig vom AN (Ersteller) zu prüfen.

Vergleich_Bereinigung_Bereinigte Punktwolke
Vergleich, Bereinigung einer Punktwolke und Bereinigte Punktwolke
Vergleich_Bereinigung_Bereinigte Punktwolke
Quelle: ©DB InfraGO AG, Digitale Bestandserfassung
Vergleich_Bereinigung_Bereinigte Punktwolke
Erläuterungsbericht und Datenübergabe

Der Erläuterungsbericht ist eine Beschreibung der tatsächlich angewendeten Vermessungsstrategie und - technologie und ist mit den finalen Vermessungsdaten zu übergeben. Der Erläuterungsbericht ist keine exakte Kopie des Messkonzeptes. Der erwartete Inhalt ist in der vermessungstechnischen Aufgabenstellung aufgeführt. Der Erläuterungsbericht ist den Messdaten bei der finalen Übergabe beizulegen.

Die finale Abgabe der Daten erfolgt über physische Datenträger. Details dazu sind der Vermessungstechnischen Aufgabenstellung zu entnehmen.

Folgende Datenträgerstruktur ist einzuhalten:  

z.B. XXXX(Bahnhofsnummer)\Vermessung\Festpunktfeld\XXXX_Festpunkte Ausgleichung 

z.B. XXXX(Bahnhofsnummer)\Vermessung\Punktwolke\E57\1OG 

Die Festplattenstruktur kann als .zip file beim AG abgefragt oder direkt auf dieser Seite heruntergeladen werden. 

Die projektspezifisch geforderten Übergabedaten sind in der vermessungstechnischen Aufgabenstellung exakt beschrieben.